Pauline Wunderling und Luis Mini lösen WM-Ticket
Historischer Erfolg für den Bayerischen Turnverband
Neckargemünd/Göttingen – Große Freude im bayerischen Rhönradsport: Pauline Wunderling (ASV Rimpar) und Luis Mini (TV Senden-Ay) haben sich bei der zweiten und entscheidenden WM-Qualifikation in Neckargemünd für die Weltmeisterschaft in Göttingen qualifiziert. Damit gehören sie zu den fünf Athletinnen und Athleten, die Deutschland bei den Titelkämpfen vertreten werden.
Der TV Neckargemünd hatte anlässlich seines 150-jährigen Vereinsjubiläums die Münzenbachhalle in einen würdigen Austragungsort verwandelt. Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm sorgte auch die Live-Berichterstattung des lokalen Fernsehens für eine besondere Atmosphäre.
Die besten zehn Rhönradturnerinnen und Rhönradturner Deutschlands waren nach Neckargemünd gereist, um sich einen Platz in der Nationalmannschaft zu sichern. Entsprechend hoch war das Niveau und entsprechend groß der Druck auf die Teilnehmenden.
Luis Mini ging als Vierter der ersten Qualifikation mit einer guten Ausgangsposition in den Wettkampf. Nach einer soliden Spirale und einem ordentlichen Sprung setzte er mit der besten Geradekür des gesamten Teilnehmerfeldes ein Ausrufezeichen. Der erneute vierte Platz bedeutete schließlich die sichere Qualifikation für die Weltmeisterschaft.
Für Pauline Wunderling entwickelte sich der Wettkampf zu einem echten Krimi. Nach Rang acht bei der ersten Qualifikation schienen die Chancen auf ein WM-Ticket nur noch gering. Ein Sturz in der Spirale und ein damit verbundener hoher Punktabzug erschwerten die Ausgangslage zusätzlich. Doch die Rimparerin zeigte große Nervenstärke, kämpfte sich zurück und überzeugte anschließend mit einem starken Sprung sowie einer herausragenden Geradekür.
Am Ende belegte sie ebenfalls den vierten Platz und lag punktgleich mit einer Konkurrentin. Erst nach intensiven Beratungen und Auswertungen durch das Technische Komitee Rhönrad des Deutschen Turner-Bundes fiel die Entscheidung: Aufgrund ihrer stärkeren Leistung im zweiten Qualifikationswettkampf erhielt Wunderling den letzten noch freien WM-Startplatz.
Weniger glücklich verlief der Wettkampf für Carina Weisenberger von der TG 1848 Würzburg. Die Siebtplatzierte der ersten Qualifikation zeigte bei den Erwachsenen einen soliden Wettkampf, konnte den Rückstand auf die Konkurrenz jedoch nicht mehr aufholen. Der erhoffte fünfte Platz und damit die WM-Qualifikation blieben außer Reichweite.
Dennoch kann die Würzburgerin auf ihre Leistung stolz sein. Als älteste Starterin im Feld behauptete sie sich gegen zum Teil deutlich jüngere Konkurrentinnen und zählte erneut zu den zehn besten Rhönradturnerinnen Deutschlands.
Mit der Qualifikation von Pauline Wunderling und Luis Mini feiert der Bayerische Turnverband einen bemerkenswerten Erfolg. Nun richtet sich der Blick auf die Weltmeisterschaft in Göttingen, bei der die beiden Nachwuchsathleten die deutschen Farben vertreten werden.
Bericht: Peter Peisker
Foto: Peter Peisker